Dr. Franz Rieger
Facharztpraxis für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
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  Schlafapnoe und Schnarchen  


Ca. 10 - 30% der Erwachsenen schnarchen im Schlaf. In den meisten Fällen ist keine Behandlung erforderlich, da das Schnarchen selbst nicht gesundheitsschädlich ist. 

Lautes Schnarchen kann aber ein ernst zu nehmendes Anzeichen für schlafbezogene Atmungsstörungen sein. Es deutet auf eine Verengung der Atemwege hin, wodurch die Atmung im Schlaf erschwert ist. Die typischen Schnarchgeräusche entstehen bei der Anstrengung, durch die verengten Atemwege Luft zu holen.

Da bei Schlafapnoe die Atmung im Schlaf nicht einwandfrei funktioniert, erhalten die Patienten nicht genug Sauerstoff. Dadurch schlafen sie insgesamt sehr schlecht, oft fühlen sie sich am Tage müde, in weiter Folge kann dies zu Bluthochdruck, Herzversagen und  Herz- und Schlaganfällen führen. Die Wahrscheinlichkeit von Verkehrsunfällen ist bei Schlafapnoeikern ca. 2-5 mal höher als bei anderen Verkehrsteilnehmern.  Bei frühzeitiger Behandlung können diese manchmal lebensbedrohlichen Folgeerkrankungen der Schlafapnoe vermieden oder gebessert werden.

Die verschiedenen Formen der Schlafapnoe

In der Schlafmedizin werden zwei grundlegende Arten schlafbezogener Atmungsstörungen unterschieden:
die obstruktive Schlafapnoe und die zentrale Schlafapnoe.

Obstruktive Schlafapnoe
Die obstruktive Schlafapnoe stellt die schwerwiegendste und am häufigsten verbreitete Form schlafbezogener Atmungsstörungen dar. Sie
kommt bei circa  3% der Bevölkerung vor.
Bei Patienten mit einer obstruktiven Schlafapnoe erschlaffen die Muskeln des weichen Gaumens und des Rachens während des Schlafs und verengen die Atemwege. Jetzt kann der Schläfer nur mit erhöhter Anstrengung durch die verengten Atemwege atmen, er schnarcht zunehmend lauter. Schließlich kommt es zu einem gänzlichen Verschluss der Atemwege und dadurch zu einem kurzen Atemstillstand. Diese regelmäßig auftretenden Atemstillstände erkennt man an den Pausen beim Schnarchen. Durch den Atemstillstand kommt es zu einer vermehrten Anstrengung Luft zu holen und damit zu einer kurzen Schlafunterbrechung. Jetzt steigt die Muskelspannung der Atemwege wieder und es kommt zu einer Öffnung der Atemwege. Diese Atemstillstände und die darauf folgenden Weckreaktionen können in einer Nacht bis zu 50mal in der Stunde auftreten.

Da bei jedem Atemstillstand der Sauerstoffgehalt im Blut sinkt, muss das Herz verstärkt arbeiten, um den Sauerstoffbedarf im Körper zu decken. Dadurch steigt auch der Blutdruck, auch zu Herzrhythmusstörungen kann es kommen. 
Durch Einnahme von Alkohol und Schlaftabletten vor dem Schlafengehen sinkt die Muskelspannung  während des Schlafs und begünstigt damit das Verengen der Atemwege.

Obstruktive Schlafapnoe tritt besonders häufig bei übergewichtigen Männern auf, während Frauen in der Regel bis zur Menopause verschont bleiben. Nach der Menopause wird der Unterschied im Hinblick auf die Häufigkeit geringer.

Zentrale Schlafapnoe
Bei der Zentralen Schlafapnoe ist die Ursache des Atemstillstands ein fehlender vom Gehirn ausgehender Atemantrieb für die Muskeln von Brust und Zwerchfell. Dadurch bleiben die Atemwege zwar geöffnet, die Atemmuskeln arbeiten aber nicht.
Dadurch fällt der Sauerstoffgehalt im Blut - für das Gehirn ein Signal, den Schlafenden zu wecken, um die Atmung wieder aufzunehmen.

Die Wahrscheinlichkeit für zentrale Schlafapnoe nimmt im Alter zu. In den meisten Fällen sind diese jedoch harmlos und bedürfen keiner besonderen Behandlung. Gefährlich können Atmungsstörungen bei gleichzeitigem Auftreten mit anderen Krankheiten werden

Bei Kindern :
Schlafapnoe kann auch bei Kindern mit Übergewicht und vergrößerten Mandeln bzw. Polypen auftreten. Unter Schlafapnoe leidende Kinder schnarchen, zeigen Schwierigkeiten beim Luftholen und haben einen unruhigen Schlaf.

Therapiemöglichkeiten:  Nach einer eingehenden Befunderhebung und Diagnosestellung kann die für den individuellen Patienten geeignete Therapie empfohlen werden.

allgemeine Therapiemaßnahmen, die den Schlaf bei Schlafapnoe verbessern:

  • Gewichtsreduktion: bereits einige Kilo weniger wirken sich günstig aus
     
  • Alkohol sollte 2 Stunden vor dem Schlafengehen vermieden werden.
     
  • Schlaftabletten : Die Einnahme von Schlaftabletten, und auch anderen Medikamenten, sollte auf jeden Fall mit einem Arzt genau besprochen werden.
     
  • Es empfiehlt sich grundsätzlich, auf der Seite zu schlafen. In manchen Fällen tritt Schlafapnoe nur auf, wenn die Betroffenen in der Rückenlage schlafen. Wenn die Umgewöhnung auf eine andere Körperlage schwerfällt, kann man sich verschiedener Tricks bedienen. Ein im Rücken plaziertes Kopfkissen oder ein auf dem Rückenteil des Schlafanzugs angenähter Tennisball können verhindern, dass man unbeabsichtigt in die gewohnte Lage zurückfällt.
     
  • Medikamente gegen Verstopfung der Nase können sinnvoll sein

Alle diese allgemeinen Maßnahmen steigern die Schlafqualität in jedem Fall, auch bei gesunden Menschen. Sie können in günstigen Fällen helfen, das Ausmaß einer Schlafapnoe zu vermindern.

Mechanische Behandlungsmethoden

  • Aufbissschienen
     
  • nCPAP-Therapie     Die nasale positive Überdruckbeatmung mittels nCPAP (nasal continuous positive airway pressure) stellt die effektivste Methode zur Behandlung der Schlafapnoe dar

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